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Rezension zu “Über Marx hinaus – Arbeitsgeschichte und Arbeitsbegriff”

Stefan Janson rezeniert auf www.sopos.org den Theoriebackstein Marcel van der Linden & Karl Heinz Roth (Hrsg.): Über Marx hinaus – Arbeitsgeschichte und Arbeitsbegriff in der Konfrontation mit den globalen Arbeitsverhältnissen des 21. Jahrhunderts; Verlag Assoziation A; Berlin-Hamburg 2009; 605 Seiten
http://www.sopos.org/aufsaetze/4bfcd5e6f33f6/1.phtml

Filmvorführung “Water makes money”, 23.9. 2010

Donnerstag, 23. September, 20 Uhr, Kino 46, Waller Heerstraße, Filmvorführung “Water makes money”, ein Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz in Zusammenarbeit mit Jean Luc Touly, Marc Laimé, Christiane Hansen, Markus Henn und AQUATTAC und den vielen Übersetzer_innen, die unentgeltlich helfen, dass dieses Projekt im vielsprachigen Europa möglich wird.
Filmmusik: Konstantin Wecker. Einen Trailer findet man unter
http://www.watermakesmoney.com – weitere Vorführtermine sind am 25.9. um 18.00 Uhr und am 28.9. um 20.30 Uhr.

“Bildung gegen Rechts”: Neues Angebot der Akademie für Politische Bildung der RLS

Die RLS macht auf das neue Angebot “Bildung gegen Rechts” aufmerksam.
Auf der Internetseite http://bildung-gegen-rechts.rosalux.de wird ab sofort ein ständig erweitertes und aktualisiertes Angebot an Seminaren, Workshops, Vorträgen und Trainings zum Thema Neonazismus und menschenfeindliches Denken zu finden sein, das bundesweit einzeln, im Paket oder als Reihe abgerufen und bestellt werden kann.
Wir würden uns freuen, wenn Ihr das neue Angebot mit bewerben würdet, indem Ihr z.B. die – wie wir finden – “Hingucker”-Postkarten (s. Website) bei Euren Veranstaltungen auflegt, in Euren Versand nehmt und Hilfe-, Beratung- oder Anregung-Suchenden in die Hand drückt. Wir denken, dass vor allem auch unser Service, mit den Planenden Finanzierungsmöglichkeiten zu ventilieren, vielen helfen kann, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten runde Veranstaltungen zu konzipieren und umzusetzen.
Natürlich könnt Ihr auch gerne selber auf die Angebote zurückgreifen. Geht einfach mal auf die Seite, wo Ihr unter den Rubriken “Nazis in meiner Stadt”, “Sich fit machen gegen Rechts”, “Theorie gegen Menschenfeindlichkeit” schon jetzt ein bestechendes Angebot findet.

Friedrich Burschel, Rosa-Luxemburg-Stiftung
Akademie für politische Bildung
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Tel.: 0049-(0)30-44310183
Fax: 0049-(0)30-44310222
mail: burschel(ädd)rosalux(punkt)de

Programm zur Bremer Woche des Grundeinkommens: Teilhabe für alle!

Die III. internationale Woche des Grundeinkommens (20. – 26.09.2010)
steht in diesem Jahr anläßlich des europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung unter dem Motto TEILHABE FÜR ALLE!

In Bremen finden dazu vom 14. bis 30. September eine Reihe von hochkarätigen Veranstaltungen statt, auf die wir hinweisen.

PROGRAMM:

Dienstag, 14.09.2010, 19:30 Uhr im kleinen Saal der St.Stephani-Gemeinde, Faulenstr. 108, 28195 Bremen
Lektionen zum Grundeinkommen
Ein Film von Jörg Drescher und Matthias Dilthey (D/Ukraine, 2010, 58 min.). Filmvorführungen mit anschliessender Diskussion.

Montag, 20.09.2010, 18:00 Uhr im Gästehaus der Universität, Teerhof 58, 28199 Bremen
Grundeinkommen: Geschichte – Modelle – Debatten
Vorstellung des Buches “Grundeinkommen: Geschichte – Modelle – Debatten” mit Autor Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen)

Montag, 20.09.2010, 19:30 Uhr im Gästehaus der Universität, Teerhof 58, 28199 Bremen
Würde und Wert des Menschen und das Bedingungslose Grundeinkommen
Grußwort von Senator Reinhard Loske, Vortrag von Ronald Blaschke (Netzwerk Grundeinkommen) mit anschliessender Diskussion

Dienstag, 21.09.2010, 19:30 Uhr im Großen Saal des DGB-Haus,
Bahnhofsplatz 22-28, 28195 Bremen
Emanzipatorisch oder neoliberal – alles egal? Wirtschafts- und sozial-politische Folgen der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens
Vortrag von Werner Rätz (Attac Deutschland) mit anschliessender
Diskussion
In Kooperation mit Attac Bremen und Verdi Bremen, FB 10

Mittwoch, 22.09.2010, 19:30 Uhr im Jugendraum der St.Stephani-Gemeinde, Faulenstr. 108, 28195 Bremen
Designing Society
Ein Film von Jördis Heizmann (D, 2009, 30 min.).
Filmvorführungen mit anschließender Diskussion

Freitag, 24.09.2010, 20:00 Uhr im Haus der Wissenschaft,
Sandstraße 4/5, 28195 Bremen
Teilhabe für alle! Wann kommt das Bedingungslose Grundeinkommen?
Podiumsdiskussion mit Matthias Dilthey (BGE-Initiative Nürnberg), Klaus Mendrina (KAB), Christoph Spehr (Die Linke) und weiteren Gästen

Samstag, 25.09.2010, 12:00-15:00 Uhr im Großen Clubraum des
Konsul-Hackfeld-Haus, Birkenstr. 34, 28195 Bremen
Lektionen zum Grundeinkommen
Ein Film von Jörg Drescher und Matthias Dilthey (D/Ukraine, 2010, 58 min.). Filmvorführungen mit anschliessender Diskussion.
Matthias Dilthey (BGE-Initiative Nürnberg) ist anwesend und steht für Publikumsfragen zur Verfügung.

Donnerstag, 30.09.2010, 19:30 Uhr im kleinen Gemeindesaal der St.Stephani-Gemeinde, Faulenstr. 108, 28195 Bremen
Designing Society
Ein Film von Jördis Heizmann (D, 2009, 30 min.). Filmvorführungen mit anschließender Diskussion

Schmutzige Geschäfte – Über Schwarzes Gold, BP und die Ölverschmutzung im Golf von Mexiko

Freitag 17. September 2010, 20.00 Uhr, Kommunikationszentrum paradox, Bernhardstraße 12, 28203 Bremen, Clubraum | 1. Etage

Der Untergang der “Deepwater Horizon” markiert nicht nur den Beginn der größten bekannten Ölverschmutzung, sondern er hat auch neue Diskussionen um die Zukunft der Energieversorgung angestossen. Erdöl ist nach wie vor der entscheidene Energieträger der Industriegesellschaft. Die Erschließung neuer Quellen geschieht mit kalkulierten Risiken. Sei es die Förderung von Ölsanden in Kanada oder eben der Vorstoss in die Tiefsee, hohe Gewinne und die Kontrolle eines strategischen Rohstoffes geben hinreichende Anreize dafür, dass eventuelle Umweltschäden in Kauf genommen werden. Da die meisten Lagerstätten an Land bereits verteilt sind und sich in der Hand staatlicher Ölkonzerne befinden, wird das Meer zum zentralen Explorationsgebiet der großen Privatunternehmen wie BP, Shell und Total. Anhand der Situation im Golf von Mexiko werden in der Veranstaltung die Konsequenzen dieser Situation erörtert und generelle Fragen zur politischen Ökonomie des Schwarzen Goldes aufgeworfen.

Diskussionsveranstaltung des Clubs der Rosa-Luxemburg-Initiative. Moderation: Kai Kaschinski.

Urbaner Spaziergang “Flanieren im Geräuschkanal – Zwischen Outletödnis und Straßendschungel”

Sonntag, den 26. 9.2010 um 14 Uhr

An der Grenze von Stadt zu Land wuchert die Zwischenstadt. Typische Formen des suburbanen Lebens säumen die Kattenturmer Heerstraße bis hinaus zur Autobahn in Brinkum. Sie ist Einfallstraße für Pendler aus dem Umland nach Bremen und Einkaufsstraße auf die Grüne Wiese für BremerInnen mit Factory Outlets, Möbelmärkten und Drive-Inn Schnellrestaurants. Ein akustischer Alptraum für AnwohnerInnen. Doch jenseits der Straße finden sich Inseln der Ruhe, betonierte Parkplatzflächen, die plötzlich in Wiesen und Äcker übergehen. Es gibt Vogelgezwitscher und Kuhgemuhe, bis es plötzlich vom Dröhnen der Turbinen vom nahen Flughafen unterbrochen wird.
Unser dritter Urbaner Ökostadtspaziergang führt uns in ein Konfliktgebiet zwischen Stadt und Land, wir folgen einer stark befahrenen Straße und der Trasse ihrer Entlastungsstraße, wir begeben uns in ein friedliches Wohnquartier, das immer wieder von Verkehrslärm erschüttert wird, und enden an einem von Bremens schönsten Verkehrs-Hot-Spots.
Am Sonntag, den 26. September 2010, 14 Uhr, Startpunkt Bushaltestelle Carl-Zeiss-Straße, 28816 Stuhr bei Bremen

Veranstalter: AAA Autonomes Architektur Atelier Bremen
Mit freundlicher Unterstützung der Architektenkammer Bremen, Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa in Kooperation mitÖkoStadt-Bremen e.V.

Die Krise in Indien. Ihre Auswirkungen auf die Arbeitsverhältnisse in den ländlichen Regionen und in den neuen Industriezentren

Mittwoch, dem 29. September 2010, Beginn: 19.30 Uhr, Konsul-Hackfeld-Haus, Großer Clubraum, Birkenstraße 34, 28195 Bremen

Die Sommerpause ist vorüber. Es war – je nach Zeitrechnung – der dritte oder vierte Sommer der globalen Krise, und inzwischen stellt sich die Frage: Haben die Schwellenländer die Krise schon überwunden?
Und wie hat sie sich dort auf die Arbeitsverhältnisse in den ländlichen Regionen und den neuen Industriezentren ausgewirkt?
Eines der wichtigsten Schwellenländer ist Indien. Früher war Indien das Labor der kolonialen Entwicklung und der antikolonialistischen Arbeiterbewegung. Können wir auch heute die sich in Indien beschleunigende Proletarisierung der ländlichen Bevölkerung und die durch die Inflation vorangetriebene Prekarisierung der städtischen Arbeitsverhältnisse als Gradmesser der Entwicklung in den übrigen “aufstrebenden Märkten” des Weltsystems ansehen?
Diese Kernfrage werden Alex Murillo (Einleitung) und Marco Müller (Vortrag) erörtern und anhand des Fallbeispiels von Gurgaon / Faridabad, einem neuen industriellen Cluster im Norden Indiens
den Blick auf die neue Klassenzusammensetzung vertiefen.

Vortrags- und Diskussionsveranstaltung der Mittwochsgesellschaft der Stiftung für Sozialgeschichte in Kooperation mit der Gruppe Wildcat

„WAS EIN RECHTER MANN IST…“ MÄNNLICHKEITEN IM RECHTSEXTREMISMUS

Rechtsextreme Kameradschaften gelten als Männerbünde schlechthin; das öffentliche Bild und der mediale Blick auf rechtsextreme Aktivitäten sind vom Stereotyp der männlichen Schläger bestimmt; laut polizeilicher Statistiken werden Gewalttaten zu großen Teilen von Männern begangen. Die männliche Dominanz im Rechtsextremismus wird selten reflektiert. Die Autor_innen des Bandes wollen diese Leerstellen füllen und die Verknüpfung von Rechtsextremismus und Männlichkeit näher beleuchten, um einen produktiven Beitrag in die Arbeit gegen Rechtsextremismus einzubringen. Hierzu sollen Ansätze aus der feministischen Rechtsextremismusforschung und der kritischen Männlichkeitsforschung gebündelt werden, um die Konstruktion sowie den Stellenwert von Männlichkeit im bundesdeutschen Rechtsextremismus transdisziplinär zu analysieren.

Autor_innen des Bandes: Marc Brandt, Robert Claus, Paula Diehl, Thomas Gesterkamp, Andreas Heilmann, Eva Kreisky, Juliane Lang, Esther Lehnert, Kurt Müller, Yves Müller, Ulrich Overdieck, Karsten Schuldt, Andreas Speit, Georg Spitaler, Olaf Struve, Fabian Virchow, Kristin Witte.

Robert Claus / Esther Lehnert / Yves Müller (Hrsg.):
„WAS EIN RECHTER MANN IST…“ MÄNNLICHKEITEN IM RECHTSEXTREMISMUS
Texte 68 der Rosa-Luxemburg-Stiftung, 256 Seiten, Broschur, 14,90 Euro (ISBN 978-3-320-02241-9)
Im Buchhandel oder hier als PDF.

musikschraube II – do it yourself-Festival

24. September, Zuckerclub, Friedrich- Rauers- Straße 10, 28195 Bremen

18.00 Uhr gemeinsames Essen (Vokü),
19.30 Uhr Lesung: Sarah Diehl (Verbrecher Verlag, Berlin),
ab 21 Uhr 2 liveauftritte: Monotekktoni (electronic madness, Berlin) +
nobaau (casiokeyboardsoundgefrickel, Bremen)
im Anschluß werden female dj`s (en marge, Ron Döschen, dille*tanten und weitere) und female vj’s (bill belen, flimmerkiste) schockwellen aufs Tanzparkett und die wände zum flimmern bringen.

Eintritt: 6 Euro plus Spende
Infos: http://dilletanten.blogsport.de/

http://www.myspace.com/deproduktion

http://www.myspace.com/monotekktoni

Es geht primär darum Frauen und Queers ein Forum auf der Bühne, hinter den Plattentellern und hinter den Kulissen zugeben. Die Veranstaltung knüpft an das im letzten Jahr stattgefundene Musikschraubenfestival an. Dort fanden workshops (tontechnik, vjing, circuit bending, djing und rappen), Konzerte (u.a.scream club, lena stoehrfaktor – berlin), eine Veranstaltung zu antisexistischem Partykonzept (betty beatz – bremen) und die Abschlußparty (u.a.resom – Leipzig) statt.
In diesem Jahr findet ein Tontechnik-Workshop statt, der vorrangig für die Teilnehmer_innen aus den Workshops vom letzten Musikschraubenfestival gedacht ist.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit den “dilletanten”.

Seminar für kommunalpolitisch Interessierte und angehende Beiräte im Lande Bremen

Samstag, 25. September 2010, 10 Uhr bis ca. 14 Uhr, Bremen
//alle Plätze belegt//
Am 22. Mai 2011 finden in Bremen die Wahlen zur Bürgerschaft und zu den Stadtteilbeiräten (17 Ortsämtern sind 22 Beiräte zugeordnet) statt. Deswegen bietet die Rosa-Luxemburg-Initiative e.V. / Rosa-Luxemburg-Stiftung ein Seminar für kommunalpolitisch Interessierte an. Zielgruppe sind Interessierte, die sich überlegen für ihren Beirat zu kandidieren. Themenschwerpunkte des :
1. Was erwartet einen Kandidaten, wenn er/sie in den Beirat gewählt wird? Wie hoch ist der Aufwand, welche “Qualifikationen” muss ein/e Kandidat/in mitbringen?
2. Welche Recht und Pflichten hat ein Beirat?
3. Was kann ein Beirat bewirken?
4. Ausschussbesetzungen (stimmberechtigt und nicht stimmberechtigte Mitglieder)?
5. Sprecher-Verteilung für Ausschüsse (Welche Partei hat warum wann
Anrecht auf einen Ausschussvorsitz?)
6. Aufwandsentschädigungen (Höhe, Ausbezahlung, Anrechnung auf Hartz IV)
Von 11 bis 13 Uhr wird Reiner Kammeyer von der Senatskanzlei
Referat 14 – Angelegenheiten der Ortsämter und Beiräte anwesend sein.
Moderation: Norbert Schepers, Vorsitzender RLS Bremen

Um Anmeldung wird gebeten (Tel. 0421/390 96 20 oder huettner(ädd)rosalux.de). Anmeldefrist: 13. September. Teilnehmerbegrenzung auf 10 Personen.

Einführung in die materialistische Staatskritik

Tagesseminar in der Reihe “Intros. Einführungen in kritische Gesellschaftstheorie” der RLI
Sonntag, 26. Sptember 2010, Infoladen Bremen / St. Pauli-Str. 10-12 / 28203 Bremen
mit Moritz Zeiler (Bremen)
In der Linken gehen die Interpretationen über den Staat weit auseinander: für die einen ist er der Garant des Allgemeinwohls, anderen gilt er als das Instrument der kapitalistischen Klassenherrschaft und wieder andere sehen in ihm das Terrain sozialer Kämpfe. Mit dem Seminar wird eine Einführung in die verschiedenen Ansätze materialistischer Staatstheorie geboten. Dabei werden die zentralen Thesen marxistischer Theorie zum Begriff des Staates präsentiert: die instrumentelle Staatstheorie bei Lenin (Staat als Instrument der herrschenden Klasse), hegemonietheoretische Analysen des Staates bei Gramsci, Althusser und Poulantzas (Staat als materielle Verdichtung von Kräfteverhältnissen) sowie die Überlegungen von Paschukanis über das Verhältnis von Warenform, Rechtsform und Staatsform und die daran anknüpfende Staatsableitungsdebatte. Weitere Themen sind die Diskussionen über ein besonderes deutsches Staatsverständnis im Nationalsozialismus und Postnazismus und aktuelle Transformationen des Staates.

Moritz Zeiler ist Historiker und Politikwissenschaftler. Mitglied des Vorstandes der Rosa Luxemburg Initiative Bremen und Mitherausgeber von Staatsfragen. Einführungen in materialistische Staatskritik, rls papers, Berlin 2009 (hier als PDF).
Das Tagesseminar wird organisiert in Kooperation mit associazione delle talpe. Für das Seminar wird keine vorbereitende Lektüre vorausgesetzt. Damit wir besser planen können, genügend Kopien machen und ausreichend Kekse, Obst etc. einkaufen, bitten wir um Anmeldung unter talpe(ädd)gmx.net

Ungarns Hauptstadt im Sommer nach den Rechts­Wahlen

„This is Hungary and we have to live here“ von Claudia Krieg
Die ungarische Bevölkerung hat im Frühjahr zu zwei Drittel völkisch rechtsextrem gewählt. Über 80 Prozent der Sitze im Budapester Parlament entfielen auf die FIDESZ, die rechtspopulistische Partei Viktor Orbáns, und die Jobbik, Nazipartei unter ihrem Gründer Gábor Vona. Das ideologische Programm: gegen Juden, gegen Kommunisten, gegen Roma, gegen Liberale, gegen„Fremde“, gegen „Landesverräter“, gegen alles außer gegen das „Magyarentum“,das ein „Großungarn“ braucht, um sich zu befreien vom „jüdischen Bolschewismus“ der „Multis“. Die Árpádstreifenflagge, von ihrer Bedeutung her vergleichbar mit der Reichskriegsflagge des Dritten Reiches, weht regelmäßig bei Veranstaltungen der Rechten und erscheint sporadisch an Gebäuden einiger Gemeindeverwaltungen; in den Haupteinkaufsstraßen liegt in Schaukästen das Angebot an Nazidevotionalien aus: Wie ist das Leben in einem von offenen und verdeckten Nazis regierten Land?

Weiterlesen: Der Artikel „This is Hungary and we have to live here“ von Claudia Krieg (Berlin, ehemals Mitglied der Rosa-Luxemburg-Initiative) wurde zuerst veröffentlicht in der Zeitschrift analyse und kritik (in der Ausgabe vom Oktober 2010). Eine ausführliche Fassung des Artikels als PDF steht hier bei uns zum Download bereit: „This is Hungary and we have to live here“_neu

Der zweite Band zur »Geschichte der Freien Hansestadt Bremen von 1945 bis 2005« ist erschienen.

Zweieinhalb Kilo vielfältige Aspekte, 11 Autoren, 800 Abbildungen, unzählige Informationen für die Jahre 1970 -1989 herausgegeben von Karl Marten Barfuß, Hartmut Müller und Daniel Tilgner. Hier finden sich beim Verlag weitere Informationen. Der Verlag Edition Temmen schreibt:
“Die 1970er und 1980er Jahre bescherten Bremen eine Zeit extremer Spannungen. Die einstige Boomstadt des “Wirtschaftswunders” geriet in den Sog einer gravierenden Wirtschaftskrise. Eskalierende öffentliche Defi zite schnürten die Handlungs- und Gestaltungsspielräume des Staates mehr und mehr ein und die sozialen Probleme drohten dem Land, auch durch eine Veränderung der Bevölkerungsstrukturen, über den Kopf zu wachsen.
Im 2. Band zur “Geschichte der Freien Hansestadt Bremen” machen es sich 12 Autorinnen und Autoren zur Aufgabe, die Brüche zwischen der vorausgegangenen Zeit des “Wirtschaftswunders” und dem Einsetzen der Krise zu beschreiben und zu erklären. In verschiedenen Themengebieten zeichnen sie nach, wie die politischen Reaktionen und deren Rückwirkungen im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich waren und wie die Ereignisse schließlich zu einem tiefgreifenden Umbau der Strukturen führten, der das Gesicht der Stadt mehr und mehr veränderte.Fast 800 Abbildungen und ein umfangreiches Register runden auch den zweiten Band der Bremer Nachkriegsgeschichte ab.”
Link zum Fernseh-Beitrag zum Buch in der Sendung “buten und binnen” vom 21. September 2010.
Kurze Rezension des Bandes in der taz bremen.
Das Focke-Museum. Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt noch bis 13. März die Sonderausstellung Bremen 1945 bis 2010 – Soviel Wandel war nie. Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Rahmenprogramm.
Link zur Ausstellungskritik in taz Bremen vom 24.9. 2010.

Deutschland und sein Ethnonationalismus: 1989 bis heute (Veranstaltung mit Detlev Claussen)

Dienstag, 28.9., 19.30 Uhr, Infoladen Bremen, St.-Pauli-Str. 10/11, 28203 Bremen

Im Rausch von 1989 feierten die Deutschen mit „Wir sind ein Volk“ das Verschmelzen von Ost und West und wiesen die Kritik an deutschem Nationalismus zurück. Der verhängnisvolle völkische Nationalismus sollte und soll unter der Umtaufe zum Patriotismus verschwinden. So hat sich die Parole geändert und man beruft sich gegenwärtig darauf, „endlich mal wieder“, „einfach ganz normal“ national zu sein.
Detlev Claussen schreibt 2002: „Deutschland wirkt wieder deutscher.“ Er verweist damit auf den Ethnonationalismus, mit dem man nicht nur in postkommunistischen Ländern nach 1989 zu kämpfen hat. Dieser zeigt sich darin, dass die heterogene Zusammensetzung der Bevölkerung geleugnet wird, während gleichzeitig Multikulti unterm Zwang zur Integration gehuldigt und von nationaler Befreiung schwadroniert wird. Ethnonationalist_innen setzen an die Stelle des melting pot-Modells aus den USA, welches Farbenblindheit und Religionsneutralität versprach, eine Vorstellung von salad bowl, bei der die ethnische Herkunft zu einem Punkt gegenseitiger Anerkennung werden soll. Zwar bezieht man sich in Deutschland auf die US-Diskurse, doch die Kritik am melting pot bekommt eine reaktionäre Wendung im illusorischen Ideal einer ethnohomogenen Gesellschaft, in die sich Minderheiten zu integrieren haben.
In seinem Vortrag wird es Detlev Claussen um eine Kritik des deutschen Ethnonationalismus nach 1989 gehen. Wie können dadurch die heutigen Äußerungen deutschen Nationalismus´ von offizieller Seite her, bspw. in den Einheitsfeierlichkeiten, oder das Lena- und WM-Deutschlandfieber der breiten Bevölkerung verstanden werden? Und welche Bedeutung kommt der Debatte um Leitkultur, Multikulti und Integration im Einwanderungsland Deutschland zu, wie sie beispielsweise aktuell von und über Thilo Sarazzin geführt wird?

Detlev Claussen ist Professor für Soziologie an der Universität Hannover und Autor von zahlreichen Schriften zu Ethnonationalismus, Antisemitismus und Kritischer Theorie.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit associazione delle talpe.

“Auto Mobil Krise” – LUXEMBURG Heft 3/2010 ist da

Die Kultur des Automobilismus bleibt nahezu ungebrochen. Diese Krise scheint vorüber, die Verkaufszahlen boomen. Nun wollen die Hersteller in Europa und Nordamerika die Produktion von Autos verdoppeln, den Export weiter steigern. Mit gleichem Ziel erwachsen ihnen machtvolle Konkurrenten in China und Indien. Die notorischen Überkapazitäten werden nicht abgebaut, die Konkurrenz intensiviert. Global Player wie Daimler oder VW behaupten sich gut in der globalen Konkurrenz, ,zuhause’ bauen alle seit Jahrzehnten Beschäftigung ab. Sichert die Strategie des ,Wettbewerbskorporatismus’ noch Gute Arbeit? Das Ausspielen von Standorten, Arbeitsintensivierung und Leiharbeit prägen das Bild in den Hochburgen der Autoindustrie. Das Go Green soll nun neue Perspektiven eröffnen – doch sind damit wirklich mehr Jobs und ein Schutz der Umwelt verbunden? Oder soll z.B. mit Elektroautos und Hybridfahrzeugen nur der alte Weg individueller Mobilität mit verändertem Antrieb fortgeführt werden? Wenn Länder wie China oder Indien ein dem Westen vergleichbares Niveau der Automobilisierung erreichen, kollabiert das Klima – eine andere Art der ,Überproduktionskrise’, die in Megastädten wie Mumbai, Shanghai oder Istanbul nicht nur zu Verkehrsinfarkten führen wird. An den Problemen und Strukturen des Individualverkehrs, seiner erschreckend hohen Zahl von Toten und Verletzten, der rasch wachsenden Verkehrsdichte, der Versiegelung der Böden, des wachsenden Verbrauchs von zum Teil hoch giftigen und seltenen Ressourcen wie Lithium ändert dies wenig. LUXEMBURG diskutiert Kämpfe und Strategien in der globalen Automobilindustrie, Einsteige in eine sozial-ökologische Konversion und Wirtschaftsdemokratie, Probleme eines gerechten Übergangs, Alternativen postfossiler und öffentlicher Mobilität und die Kultur und Lebensweise des Automobilismus. Autoren sind Gewerkschafterinnen und Betriebsräte, Ökoaktivistinnen, lokale Initiativen, Menschen aus soziale Bewegungen, Wissenschaft und Politik.

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Kapital-Strategien
Rainer Rilling: Time to say goodbye
Catherine Lutz und Anne Lutz Fernandez: United States of Automobiles: Kultur und Geschlecht der Mobilität
Jayne Holsinger: Women Drivers
Folke Köbberling und Martin Kaltwasser: Crushed Cayenne
Holm-Detlev Köhler: Daimler: Neue Profit-Strategien
Stephan Kaufmann: Boom 2010 – Ende oder neue Runde der globalen Autokrise?
Magdalena Bernaciak, Vera Scepanovic: Wechselnde Strategien – Integration von Ostmitteleuropa in den europäischen Automarkt
Winfried Wolf: »Da sitzest jetzt Du, Öltank!«Zur Materiellen Basis der Autogesellschaft
Antje Blöcker: Greening Strategies – Wo bleibt die Arbeit?
Tobias Schulze: Elektroautos – klimafreundliche Mobilität oder Schmieröl für die Subventionsmaschine?
Raúl Zibechi: Schlacht ums Lithium
Oliver Pye: Agrotreibstoffe und Ernährungssouveränität – Transnationale Konflikte
Sozial-ökologische Konversion
Bernd Röttger: Konversion!? Strategieprobleme beim Umbau kapitalistischer Produktion
Hilary Wainwright und Andrew Bowman: Lucas Combine – Erfahrungen mit betrieblicher Konversion
Ulla Lötzer: Industriepolitische Offensive – Konversion, Zukunftsfonds, Wirtschaftsdemokratie
Stefan Krull: Radikale Arbeitszeitverkürzung – Zwischen Traum und Albtraum
Eric Mann: Organizing in den Bussen von Los Angeles – Gegen Rassismus, Klassenherrschaft und für Geschlechtergerechtigkeit
Maureen D. Taylor: »This is about class analysis«
Mobil ohne Öl
Sabine Leidig: Besser verkehren – Solidarische Alternativen für Mobilität
ZAK: »TüBus umsonst!« – Für ein Grundrecht auf Mobilität
Klaus Gietinger: Utopie einer autobefreiten Gesellschaft
Class&Care
Gabriele Winker: Care Revolution – Ein Weg aus der Reproduktionskrise
Shahra Razavi: Sorgearbeit global
Bill Fletscher: Baseball und die schwarze Arbeiterklasse in den USA
Jenny Brown: Für eine linke Partei in den USA
Thomas Ponniah: US-Sozialforum in Detroit – Erschließung des Lokalen

Weitere Texte, Infos und Bestellungen unter www.zeitschrift-luxemburg.de

Das Heft begleitet die internationale Konferenz Auto.Mobil.Krise vom 28.-30.Oktober in Stuttgart. Mehr dazu unter http://www.auto-mobil-krise.de/

Namibia – Ein Beispiel für die Geschichte der Dekolonisierung Afrikas

Donnerstag, 30. September 2010, 20.00 Uhr, Kommunikationszentrum paradox, Bernhardstraße 12, 28203 Bremen, Saal

Im Rahmen der Filmveranstaltungen des Clubs der RLI wird an diesem Abend gemeinsam mit dem Cafe Aleman die Reihe mit Filmen zur Geschichte und Gegenwart Afrikas fortgesetzt. “Namibia” zeigt in Form eines dokumentarisch angelegten Spielfilms die verschiedenen Etappen der Dekolonisierung des Landes. 1920 war aus der Kolonie “Deutsch-Südwestafrika” durch einen Beschluss des Völkerbundes ein Mandatsgebiet Südafrikas geworden. Der Kolonialismus wurde damit durch die Apartheidspolitik ersetzt. 1960 gründete sich die “South-West Africa People’s Organisation” (SWAPO), die wesentlich den Befreiungskampf in Namibia bestimmte. Anhand der Lebensgeschichte von Samuel Nujoma, einem der Gründungsmitglieder der SWAPO, schildert der Film die politischen Entwicklungen und Diskurse im Kontext der Dekolonisierung. Viele Aspekte dieses Prozesses, die der Film behandelt, sind typisch für viele der afrikanischen Kolonien und ermöglichen die Diskussion von generellen Fragen des Kolonialismus und der Befreiungskämpfe.

Filmveranstaltung des Clubs der Rosa-Luxemburg-Initiative

Moderation: Kai Kaschinski