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Neues Heft von iz3w: „Der Grüne Kapitalismus kommt“

Die wichtige Rolle erneuerbarer Energien u.a. in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit hat bei aller Freude über Klimaverträglichkeit eine Kehrseite: Wieder wird europäische Technologie in den Süden transferiert, wo die Ressourcen zu finden sind. Darin muss man nicht nur Umweltschutz erkennen sondern möglicherweise die bewusste Zementierung der Dominanz des Nordens.
Desertec und Biogaskraftwerke können ebenso kritisch gesehen werden wie Elektromobilität mit Lithiumakkus, deren Herstellung teilweise mit neuer Umweltzerstörung einher gehen. Verschiedene Zertifizierungsdebatten spielen eine Rolle, auch Zertifizierungen können reine Machtmittel des Nordens gegenüber dem Süden sein.

Angesichts des definitiven Endes des Erdölzeitalters ist der Ausbau von Strukturen Erneuerbarer Energie die Vorbereitung neuer globaler Wirtschaftsstrukturen. Die Umstellung nach dem Erdölzeitalter wird zu einer neuen industriellen Revolution. Zu wessen Nutzen? Auf wessen Kosten?
Diesen und anderen Fragen widmet sich das gerade erschienene Heft der internationalistischen Zeitschrift iz3w.
iz3w Nr. 327, Der Grüne Kapitalismus kommt. Mission Windrad
5.30 Euro, weitere Infos und Bestellmöglichkeiten: https://www.iz3w.org/zeitschrift/ausgaben/327

Frankfurt Bahnhofsviertel – Strategien für ein stigmatisiertes Stadtquartier

Donnerstag / 27. Oktober, 19:30 Uhr, Glaskasten / Contrescarpe 73 / 28195 Bremen

Vortrag von Felix Nowak (Frankfurt)

Das Frankfurter Bahnhofsviertel ist ob seiner Drogen- und Rotlichszene, sozialer und städtebaulicher Probleme berühmt-berüchtigt. Als no-go Area verschrien, haben sich hier in den vergangenen Jahren verschiedene Ansätze auf sozialer und städtebaulicher Ebene entwickelt.
Felix Nowak wird Beispiele aus seiner Praxis im Frankfurter Bahnhofsviertel sowie die Leitlinien städtischer Planung in diesem Quartier darlegen.

Felix Nowak ist Mitglied der Bürogemeinschaft bb22 in Frankfurt.

In Kooperation mit Autonomes Architektur Atelier Bremen.

Der Flyer zur Veranstaltungsreihe als PDF.

«Die Todesmärsche 1944/45» Das letzte Kapitel des nationalsozialistischen Massenmords (Lesung)

Lesung mit dem Autor Daniel Blatman, Israel

27. Oktober 2011 | 20 Uhr | Villa Ichon | Goetheplatz 4 | 28203 Bremen

m Winter 1944/45 lässt die SS alle Konzentrationslager evakuieren, die alliierten Truppen in die Hände zu fallen drohen. Schwache und kranke Insassen werden zurückgelassen oder getötet, alle anderen zu Fuß oder per Eisenbahn in Lager auf dem Reichsgebiet gebracht. Wer unterwegs zusammenbricht oder zu fliehen versucht, wird auf der Stelle ermordet; viele erfrieren oder verhungern. Von den über 700000 Häftlingen, die Anfang Januar 1945 registriert sind, kommen bei den Todesmärschen mindestens 250000 ums Leben.

Daniel Blatman stellt dieses letzte Kapitel der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum ersten Mal umfassend dar. Anders als zuvor spielten sich die Ereignisse nicht mehr im fernen Osteuropa ab, sondern auf deutschen Straßen und Feldern. Und die Mörder stammten nicht mehr nur aus den Reihen der SS, Polizei und Wehrmacht. Brutalisiert durch den Krieg und die NS-Propaganda, beteiligten sich nunmehr auch Zivilisten an Massakern und der erbarmungslosen Hatz auf flüchtende «Volksfeinde». So ist dieses Standardwerk auch ein erschreckendes Porträt der deutschen Gesellschaft am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Daniel Blatman: Die Todesmärsche 1944/45. Das letzte Kapitel des nationalsozialistischen Massenmords
Rowohlt, 2011 (Hardcover, 864 S., 34,95 €, ISBN 978-3-498-02127-6)

«Ein großes Werk. In Daniel Blatman hat das blutige Ende des kollabierenden NS-Regimes einen ebenso genauen wie sensiblen Chronisten gefunden.» DIE ZEIT

«Ein meisterhaftes Werk von bleibendem Wert.» RICHARD J. EVANS

«Daniel Blatmans Studie setzt Maßstäbe.» FRANKFURTER RUNDSCHAU

Daniel Blatman, geboren 1953 in Israel, ist Direktor des Avraham Harman Institute of Contemporary Jewry der Hebrew University of Jerusalem. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Geschichte der polnischen Juden und der Shoah vorgelegt. Für sein Buch über die Todesmärsche hat er zehn Jahre geforscht.

Hintergrundseite der RLS zur Rundreise.

Veranstalter: RLI Bremen in Kooperation mit dem Rowohlt-Verlag und der Rosa Luxemburg Stiftung.