Kongress gegen die Versöhnung mit der deutschen Nation
9.-11. Mai 2008 (Kioto Lagerhaus, Schildstr.12-19, 28203 Bremen / Infoladen St. Paulistr. 10-12, 28203 Bremen
VERANSTALTUNGSBERICHT hier.
Die AutorInnen des Sammelbandes Deutschlandwunder Wunsch und Wahn in der postnazistischen Kultur (erschienen 2007 im Ventil-Verlag) werden ihre hier formulierte Kritik deutscher Vergangenheitsbewältigung anhand von Beispielen aus Filmen, Hör- und Computerspielen, Sport, Literatur und (Pop-)Musik darstellen und weiterentwickeln. Ausgangspunkt ist das aktuelle, sich seit 1990 neu formierende deutsche Nationalbewusstsein in seiner kulturindustriellen Darstellung: Neben die fortwährende Stilisierung der Deutschen als Opfer tritt momentan die Integration von Auschwitz in die medialen (Re-)Inszenierungen der deutschen Erinnerungsarbeit als gesellschaftlichem Kitt, in der die Nation zum kollektiven Objekt der Identifizierung wird. Die neue Unbefangenheit im Umgang mit der Geschichte, in der Auseinandersetzung mit den Erfahrungen der eigenen Großeltern, der Wunsch, bei der Weltmeisterschaft auch einmal unbeschwert schwarz-rot-geil zu sein, macht die dritte TäterInnengeneration zum Protagonisten des postnazistischen Nationalgefühls.
Anmeldung per Mail an: info(ädd)kittkritik.net
ACHTUNG: Frühzeitige Anmeldung aufgrund begrenzter TeilnehmerInnenzahl unbedingt empfohlen! Teilnahmebeitrag: 15/10 EUR
Kongressprogramm: www.kittkritik.net
Ein Kongreß der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen und der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit der HerausgeberInnengruppe kittkritik (mit finanzieller Unterstützung des Solidaritätsfonds der Hans-Böckler-Stiftung).
- Der europäische Krieg gegen Flüchtlinge in der Ägäis
Samstag, 26. April 2008, 20 Uhr, Infoladen Bremen, St. Pauli Str. 10/12, 28203 Bremen
Vortrag und Diskussion mit Elias Bierdel (Borderline europe)
Immer mehr Flüchtlinge sterben bei ihrem Versuch nach Europa einzureisen. Poseidon lautete der Deckname, unter dem die europäische Agentur für operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen (Frontex) ihre Maßnahmen zur Flüchtlingsabwehr im griechischen Mittelmeer durchführt. Elias Bierdel war im Sommer 2004 an der Rettung von 37 afrikanischen Schiffbrüchigen im Mittelmeer durch die Cap Anamur beteiligt. Er war kürzlich im griechischen Mittelmeer und wird von der Situation vor Ort berichten.
www.borderline-europe.de
Die Veranstaltung findet in Kooperation mit einer antirassistischen Gruppe in Bremen statt.
Mittwoch 16. April 2008, 20 Uhr, BdP Jugendhaus, Am Hulsberg 136, 28205 Bremen
Mit Carsten Neumann, Verein Standpunkt, Bremen
“Naziläden – was haben sie im Sortiment” soll über die Produkte die in den Läden und Versänden informieren. Heute geben sich viele Marken und Bands “unpolitisch”, um einen größeren Kundenkreis zu erschließen. Doch wer sind die Macher und wer die Kunden? Die Versände und Läden aus Bremen und ihr Angebot aus der Nähe, ohne sie aufzusuchen.
Nazis und deren Freunde keinen Zutritt ( nach § 6 des Versammlungsgesetzes).
Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen der Rosa Luxemburg Initiative und Standpunkt Bremen statt.
Mittwoch, 2. April 2008, 18 Uhr, Lidicehaus Bremen, Weg zum Krähenberg 33a, 28195 Bremen (Werderinsel)
Mit Carsten Neumann, Verein Standpunkt, Bremen”Das Versteckspiel” ist der Name einer Broschüre, die sich mit den alten und neuen subkulturellen Zeichen der Naziszene beschäftigt. Im gleichnamigen Dia-Vortrag soll es auch um die dahinterstehenden Bilder und deren Ikonographie gehen. Die Broschüre zum Nachschlagen wird bei der Veranstaltung angeboten.
Website zur Broschüre “Das Versteckspiel”.
Nazis und deren Freunde keinen Zutritt (nach § 6 des Versammlungsgesetzes).
Die Veranstaltung findet in Kooperation zwischen der Rosa Luxemburg Initiative und Standpunkt Bremen statt.
Dienstag, 19.2. 2008, 19.30 Uhr, Vereinsraum Grünenstr. 18, 28201 Bremen
Mit Carsten Neumann (Standpunkt Bremen)
Vortrag über die zunehmenden Nazi-Kultur-Netzwerke in Deutschland und Europa unter Einbeziehung konkreter Text- und Musikbeispiele.
Veranstalter: Rosa-Luxemburg-Initiative in Kooperation mit der Kampgane “Ladenschluß” (Bremen)
Mo, 21. Januar 2008, 19.30 Uhr, paradox, Bernhardstr. 12, 28203 Bremen
Vortrag und Diskussion mit Claudia Krieg
Auftaktveranstaltung der Reihe Antifaschistische Perspektiven des Erinnerns
Die öffentlich-staatlichen Direktiven zur Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus sind in den letzten Jahren vielfach kritisch betrachtet wurden. Ihnen wird dabei zumeist ein verschleiernder und reaktionärer Charakter bescheinigt, der sich besonders durch “Verdrängen”, “Vergessen” oder “Verleugnen” auszeichne. Aber den bundesdeutschen Erinnerungsdiskurs auf die Rechtfertigung nationaler Identität und eine Viktimisierung von Täter_innen zu beschränken, greift zu kurz. Welche politische Legitimationsfunktion Erinnerung erfüllt und ob und wie sich aktuell, gerade zwischen dem 60. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus 2005 und dem 20. Jahrestag der Auflösung des Ostblocks im Jahr 2009 eine weitere Epoche in der sozialen und politischen Verwendung des Begriffs der Erinnerung ausmachen lässt, sind zwei der Fragenkomplexe, die in dieser Veranstaltung kurz skizziert werden.
Claudia Krieg ist Soziologin und lebt in Leipzig.
Berichte und Bilder vom ersten NoBorder-Camp in der Ukraine
Mit: NoLager Bremen
Mittwoch, 12.Dezember, 19.30 Uhr, Bonboncafe, Hardenbergstr. 50
Rund 300 AktivistInnen aus über 15 Ländern sind im August 2007 nach Ushgorod im westlichsten Zipfel der Ukraine zum ersten NoBorder-Camp auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion zusammengekommen. In der Veranstaltung soll am Beispiel der Ukraine die Verschiebung der EU-Außengrenzen im östlichen Europa näher beleuchtet werden, auch im Hinblick auf die ökonomische Logik der EU-Osterweiterung. Darüber hinaus möchten wir über die Situation von Flüchtlingen und MigrantInnen in der Ukraine berichten, insbesondere über das berühmt-berüchtigte Internierungslager Pawschino 30 Kilometer entfernt von Ushgorod. Im letzten Teil der Veranstaltung soll es schließlich um Perspektiven transnationaler Vernetzung von unten gehen, denn eines der erklärten Ziele des Camps war es, bewegungspolitische Kontakte zwischen Ost- und Westeuropa zu vertiefen.
Veranstaltet von der Rosa-Luxemburg-Initiative Bremen
Die aktuellen Debatten um Islamismus und der postkoloniale Antirassismus
Freitag 15.6.2007, 20 Uhr, Villa Ichon, Goetheplatz 4, 28203 Bremen
Vortrag und Diskussion mit Udo Wolter
Im Gefolge der Anschläge vom 11.9.2001 auf das World Trade Center in New York und weiterer Anschläge in Europa hat die Skandalisierung von Gewaltverhältnissen gegenüber Frauen in islamisch-migrantischen Communities und die Fokussierung auf Islamismus Eingang in einen rassistischen Diskurs gefunden. Anlässlich spektakulär aufbereiteter Ereignisse wurde von Politik und Medien eine “Integrationsdebatte” losgetreten, die offensichtlich von identitätsstiftenden Ab- und Ausgrenzungen (“Parallelgesellschaft” / “deutsche Leitkultur”) mitgeprägt war, wie dies nach dem Mord an Theo van Gogh oder dem sogenannten “Ehrenmord” an Hatun Sürücü geschah, jenen tödlichen Manifestationen von Ideologien, die dem Anspruch auf ein freies Leben nach den Bedürfnissen der Individuen ihre Unterwerfung unter die Regeln des Kollektivs entgegensetzt.
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Dienstag, 10. 4. 2007, 19.30 Uhr, Infoladen Bremen, St.-Pauli-Str. 10/12, 28203 Bremen
Mit Volker Beeck
Waren schon die bisherigen Drogenverbote die autoritäre Maßnahme par exellence, so wird der Staat mit den angekündigten Rauchverboten endgültig zum Wächter über den Lebensstil seiner BürgerInnen. Im aktuellen Gesundheitswahn korrespondiert die staatliche Verfügung über den Volkskörper mit der Einforderung von Selbstverantwortung der Subjekte für ihre Verwertbarkeit, à la Hartz IV.
Warum Drogenverbote und nicht Drogen Tote schaffen, wie Drogenangst und Dealerparanoia zusammenhängen und worum es beim aktuellen Gesundheitswahn geht, wird Thema bei dieser Veranstaltung sein.
Volker Beeck studiert Behindertenpädagogik an der Uni Bremen.
Veranstaltung in Kooperation mit dem Arbeitskreis Kritik des Antisemitismus des AStA der Universität Bremen und der Antinationalen Gruppe Bremen
Beitrittsverhandlungen der Türkei und die Rolle der Zivilgesellschaft
Mittwoch, 25. Oktober 2006, 18:00 Uhr, forum Kirche, Hollerallee 75, 28209 Bremen
Mit dem Beginn der Beitrittsverhandlungen hat die Aufmerksamkeit gegenüber der Türkei zugenommen. Ein Land, das der EU beitreten möchte, muss bestimmte Kriterien erfüllt haben. Im Rahmen dieses Prozesses wurden gewisse Anpassungsreformen in der Türkei vollzogen. Wir möchten mit Vertretern unterschiedlicher zivilgesellschaftlicher Organisationen aus der Türkei / Kurdistan die Frage der Menschenrechte, die Situation der Inlandsflüchtlinge und die Situation der Frauen zwischen Anspruch und Realität diskutieren. Gleichzeitig wollen wir uns mit der Rolle der Zivilgesellschaft bei der Demokratisierung des Landes auseinander setzen.
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Bleiberecht und Lebensperspektiven statt bundesdeutsche Abschiebepolitik.
Informations- und Diskussionsveranstaltung mit Dr. Dirk Auer
Moderation: N.N. (Roma-Bündnis-Nordwest)
Mittwoch, 27.09. 2006, 19 Uhr im paradox, Bernhardstr. 12, Bremen
Derzeit laufen die Statusverhandlungen über die politische Zukunft des Kosovo. Dabei stehen sich die Positionen der serbischen und albanischen Ver-handlungsteilnehmer unversöhnlich gegenüber. Bis Ende des Jahres soll eine Lösung gefunden werden. Diese beinhaltet vermutlich die nationale Unabhängigkeit. es ist zu befürchten, dass damit die in der Bundesrepublik Deutschland lebenden Roma aus dem Kosovo endgültig jeden Schutz vor Abschiebung verlieren. Menschenrechtsorganisationen verweisen immer wieder darauf, dass eine akute Gefährdung der Minderheit der Roma im Kosovo nach wie vor besteht. Die Roma aus dem Kosovo sind eine der größten Flüchtlingsgruppen in Bremen und Niedersachsen. Wie viele andere Flüchtlinge hangeln sich die Menschen seit vielen Jahren von Duldung zu Duldung.
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am Mittwoch, 16. März 2005, Pavillon Gesundheitsamt, Horner Str. 60-70,
19. 30 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Dr. Philip Anderson
Der Referent, Dr. Philip Anderson, ist Geisteswissenschaftler und Autor der vom Münchner Stadtrat in Auftrag gegebenen Studie „…Dass Sie uns nicht vergessen – Menschen in der Illegalität in München“. Die Studie untersucht anhand von qualitativen Interviews die Situation von MigrantInnen ohne legalen Aufenthaltsstatus in München in den Lebensbereichen Wohnen, Gesundheitsversorgung, Arbeit und Bildung. Die Ergebnisse der Studie haben in München zu einem Beschluss des Stadtrats geführt, dass Illegalisierte in München künftig in Notsituationen leichter humanitäre Hilfe erhalten sollen. Unter anderem ist die Einrichtung eines Fonds für medizinische Versorgung geplant. Schulen sollen darauf hingewiesen werden, dass sie keine Pflicht haben Nachweise zum Aufenthaltsstatus von Kindern zu verlangen.
Philip Anderson wird einen Überblick über die Ergebnisse der Münchner Studie und ihre (kommunal)politischen Folgen vor allem im Bereich der Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus geben. Das MediNetz Bremen plant derzeit die Durchführung einer ähnlichen Studie speziell mit dem Schwerpunkt Gesundheitsversorgung von Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus auch in Bremen. In der Diskussion wird es daher auch darum gehen, ob die Münchner Maßnahmen als Modell für Bremen dienen können.